…ist eine Bewegung, die man von außen nicht sieht. Die nimmst du subtil wahr. Mit solchen werden wir hier arbeiten. Die kann man auch als Mikrobewegungen bezeichnen.
Wir denken immer in Muskelgruppen, in Muskelketten und Schlingen. Einen einzelnen Muskel isoliert zu betrachten ist komplex, vermutlich überflüssig und sogar unmöglich, weil alles durch fasziale und jegliche andere Strukturen miteinander verbunden ist. Aber wenn man anfängt, subtile Bewegung im Körper wahrzunehmen, werden Körperdynamiken bewusst wahrgenommen und somit aktiviert. Der Geist wird automatisch mitzentriert.
Die subtile Bewegung erweitert die Wahrnehmung und aktiviert somit das Bewusstsein für unseren Körper, denn wir leben in unserem Körper drin und kennen ihn am besten, auch ohne ihn zu „kennen“.
Und so ist das mit der subtilen Muskulatur, auch Tiefenmuskulatur genannt. Die aktivierst du, und dann geht sie ihrer Aufgabe nach und hält uns an Ort und Stelle, ohne dass wir darüber nachdenken müssen.
Probiere es aus: die Sitzbeinhöcker leicht zueinander bewegen und die Wirbelsäule langziehen, als würde jemand an deiner Krone hochziehen. Atme dabei. Die Wirbelsäule kriegt ihren verdienten natürlichen Platz, die Durchblutung und Innervierung des ganzen Körpers ist aktiviert, Sauerstoff fließt dorthin, wo er fehlt. Und die Krönung von all dem – der Liquor fließt schön geschmeidig den Spinalkanal entlang, in der Wirbelsäule drin. Was für eine wunderschöne Energiequelle, der wir so wenig Beachtung schenken. Dabei ist es unser Lebenselixier, oder eins unserer beiden Elixiere: Das Blut versorgt unser Gehirn mit Leben, der Liquor schützt das Gehirn und stabilisiert die Umgebung unseres Nervensystems. Und unsere meisten Nervensysteme sind überladen und überreizt … ein weiterer Grund, diese Praxis in unser Leben einzubringen.
Führ es durch im Stehen, im Sitzen und im Liegen. Das eignet sich somit zur Aktivierung nach dem Aufwachen, für den stehenden und sitzenden Alltag und zum Entspannen vor dem Schlafen. Achte dabei auf kleine Details – lass deinen Kiefer locker, verteile deine Zunge am Gaumen, indem du vor allem das Ende deiner Zunge an den Gaumen legst, fahre dein Kinn leicht rein…zieh deine Schulterblätter leicht nach hinten unten zusammen. Richte dein Becken auf, indem du den Venushügel zum Bauchnabel leicht hochziehst. Beim Einatmen geht dein Bauch hoch, leg eine Hand auf den Nabel als Aktivierungshilfe für die Bauchatmung. Wenn du liegst, press deine Ellbogen leicht in die Unterlage rein, halte einen imaginären Ball zwischen deinen Oberschenkeln und press erst Oberschenkel, dann Knie, dann Fersen leicht in die Unterlage rein. Zieh deine Wirbelsäule dabei immer in die Länge. Du wirst sowohl an der Krone als auch mitten in der Fußsohle in die Länge gezogen. Deine Fußsohlen expandieren ebenfalls in alle Richtungen.