Der Bauchnabel ist unser Lebenskanal im Mutterleib. Er wird im Yoga daher zurecht als Prana-Ursprung genannt. Ursprung der Lebensenergie. Dazu nehmen wir den Beckenboden als das Zentrum unseres Körpers, weil er das Leben hält (Baby im Uterus), weil er den Geschlechtsakt durch die Kontraktur der Muskulatur ermöglicht (Lebensentstehung + Lust), weil er die Ausscheidungen kontrolliert. In ihn wird eingeführt und aus ihm wird ausgeführt. Er ermöglicht einen Zugang in den Körper und aus dem Körper. Er ist am Ende der Wirbelsäule basiert, von der aus die Energie bis in ihren Anfang aufsteigt.
Der Nabel hat eine Verbindung zum Beckenboden durch viele Strukturen und besonders angenehm wahrnehmbar ist die linea alba – die Mittellinie am Bauch, die unseren geraden Bauchmuskel vertikal in zwei teilt. Wenn es nach einer Schwangerschaft zu einer Rektusdiastase kommt, bleibt von der linea alba lediglich eine Struktur, die ihrer Aufgabe nach Spannung und Stabilität nicht mehr nachkommt. Das kriegt man wieder aufgebaut, fühl dich erstmal einfach in diese Linie rein. Sie ist ein enormer energetischer Aspekt. Lehn dich jetzt kurz zurück, schließ deine Augen und fühl dich in diese Linie ein. Atme dabei.
Wenn ich versuche meine Bauchmuskulatur minimal zu aktivieren, komm ich in ein leichtes Unwohlfühlen, ich spüre wie die Schwangerschaft dort ihre Spuren hinterlassen hat – die linke Seite springt nicht so an wie die rechte, oder andersrum? Es ist wirklich schwer zu sagen. Dafür braucht es einen ruhigen Moment und vollen Fokus auf den Körper. Wenn du ihn jetzt kurz hast, nimm ihn dir und fühl dich in deine Bauchmuskulatur ein. Atme dabei.
Der Beckenboden als das Zentrum befindet sich also im Zentrum des Körpers und verbindet den Unter- mit dem Oberkörper, indem er sich im Becken zwischen Venushügel, Steißbein und den Sitzbeinen wie eine Hängematte ausdehnt. Die Sitzbeinhöcker sind unsere wichtigsten Referenzpunkte im Bezug auf ihn, zusammen mit der Wirbelsäule und der Krone (dem höchsten Mittelpunkt am Kopf).
Er besteht aus Muskeln, Sehnen und Faszien und wird durch gewisse Nervenzweige innerviert und durch Arterien und Venen durchblutet. Eine gute Zusammenarbeit, die aus Gleichgewicht halten, Anspannen und Entspannen besteht, ist gewährleistet durch die Zusammenarbeit all dieser Strukturen. Hypertension einer Muskelgruppe kann die Arterien- und Nervenarbeit stören, andersrum genauso. Es ist daher eine gute Idee, nichts als einzelne Struktur zu betrachten, da alles miteinander verbunden ist. Nur eine ganzheitliche Herangehensweise bringt fruchtvolle, nachhaltige Resultate.
Hier wird ein Mix aus jeglichen Methoden und Lehren zusammengefasst, alles an eigener Haut experimentiert und als höchst wirksam bestätigt.
Der Schwerpunkt liegt am Erlernen des eigenen Körpers durch Reinfühlen und Experimentieren. Irgendwann werden die Abläufe zur Gewohnheit und man kann sich selbst wieder hinkriegen. Ich bin kein Arzt. Wenn es irgendwas Ernstes zu sein scheint, handelt bitte im eigenen Interesse bezüglich des Einholens jeglichen Arzttipps. Ich bin ein Fan von Selbsterkunden, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass das tatsächlich funktionieren kann.
MRTs sind in heutiger Zeit sehr umstritten, denn sie zeigen oft Zustände ohne Symptome, die als Diagnose definiert werden und bereits dadurch zu verstärkten Problematiken (Placebo) führen. Der Körper hat seine Anatomie und, wenn vernünftig eingesetzt, kann er sich meist wieder hinbiegen. Es ist in vielen Fällen die Haltung, die Probleme macht. Einseitige Bewegungen und Positionen, die wir im Alltag immer wieder einnehmen, werden zu Gewohnheiten und so wird auch die Haltung zur Gewohnheit. Wir haben alle unsere alltäglichen Einseitigkeiten. Wenn du den Post hier liest, stelle für dich fest: Was sind deine? Wie sitzt du gerade? Ein ständiger Haltungscheck ist empfehlenswert, sowohl physisch als auch geistig – klar, denn Körper, Geist und Psyche sind eine Einheit und werden hier ausschließlich und indiskutabel als solche betrachtet.
Zudem kommt natürlich auch das Nervensystem, denn Schmerz ist primär dessen Reaktion. Manche Menschen haben vielleicht gar keine Haltungs„fehler“, sind dennoch chronischen Schmerzen ausgesetzt, weil ihr Nervensystem überreizt ist. Wie immer gilt: Alles hängt zusammen und nichts wird unabhängig voneinander betrachtet.
Den Beckenboden also als die Mitte, das Zentrum zu betrachten und deine Haltung zu beobachten: Was ist los mit dem Zentrum? Das kann man sich auf allen existenziellen Ebenen fragen.
Von den Begriffen des absoluten Zentrums würde ich allerdings abraten. Wir bewegen uns auf endlos vielen Ebenen und die Betrachtungsweisen sind enorm viele.